Antisemitismus ist in Deutschland und Thüringen weiterhin ein großes Problem. Das zeigen nicht nur Einstellungsforschungen wie der Thüringen-Monitor oder zahlreiche antisemitische Äußerungen und Beiträge im Rahmen der sogenannten „Corona-Demos“, sondern auch unsere Erfahrungen aus zahlreichen Bildungsveranstaltungen an Schulen. Arbeit und Leben Thüringen ist ein Träger der politischen Bildung und führt jährlich über 300 Projekttage an Schulen durch. Ein Schwerpunkt dabei ist die antidiskriminierende Präventionsarbeit im Netzwerk für Demokratie und Courage.

Sei es das Verwenden von „Du Jude“ als Schimpfwort, die Akzeptanz von Verschwörungsideologien oder Vergleiche zwischen Israel und dem Nationalsozialismus. All dies begegnet unseren Teamenden in Projekttagen mit Schüler_innen. Da wir häufig von Lehrer_innen und Schulsozialarbeiter_innen nach möglichen pädagogischen Gegenmaßnahmen gefragt werden und eine inhaltliche Unsicherheit wahrnehmen, nehmen wir uns anlässlich des Thüringer Themenjahres »Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen« dieser Leerstellen an. Dazu möchten wir

  1. pädagogisches Personal an Schulen zu verschiedenen aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus fortbilden,
  2. über aktuelles jüdisches Leben in Thüringen informieren,
  3. pädagogische Möglichkeiten zur Prävention von und Intervention gegen Antisemitismus in der Schule vermitteln und
  4. einen präventiven Projekttag gegen Antisemitismus ab der neunten Klasse einführen.

 

Fortbildungen für pädagogisches Personal an Schulen

Aus unserer Erfahrung mit Fortbildungen für pädagogisches Personal an Schulen ist es häufig schwierig, ein gesamtes Kollegium für eine ein- oder mehrtägige Fortbildung freizustellen. Daher bieten wir modulare kurzeitige Fortbildungsmodule an, die nach Absprache individuell auf ein (Teil-)Kollegium zugeschnitten werden können:

Als erstes bietet sich eine einführende Präsenzveranstaltung an der Schule an. Diese wird ca. 180 bis 240min dauern und neben einem Kennenlernen auch den inhaltlichen Einstieg und Absprachen für die künftigen Termine beinhalten.

Darauf aufbauend können drei bis fünf Fortbildungsmodule anschließen, die jeweils 60 bis 90min umfassen und thematische Schwerpunkte wie bspw. Christlichen Antijudaismus, Antisemitismus im NS, Israelbezogenen Antisemitismus, Verschwörungsideologien oder Vermittlung von Methoden zur Antisemitismusprävention an Schulen setzen. Diese Module können entweder in Präsenz an der jeweiligen Schule oder als Online-Seminare stattfinden.

Als weitere Möglichkeit für Fortbildungsmodule haben wir auch vorgesehen, Einblicke in das heutige jüdische Leben in Thüringen zu geben. Dies kann bspw. durch (Online-)Interviews mit Akteur_innen des jüdischen Lebens in Thüringen oder durch Vorort-Besuche geschehen.

Alle unsere Fortbildungen werden von erfahrenen und qualifizierten Seminarleiter_innen konzipiert und durchgeführt. Sie sind für die Schulen kostenlos und wir bringen alle benötigten Materialien mit. Buchbar sind die Fortbildungen ab Oktober 2020 bis vorerst Ende 2020.